Dr. Julia Borst (Wiss. Mitarbeiterin)

Literaturwissenschaft

E-Mailborst@uni-bremen.de
BüroGW 2, B 3490
Telefon0421 218-68424
Sprechzeitennach Vereinbarung
https://www.juliaborst.de

CV

  • seit 2018: DFG-Projekt mit eigener Stelle
  • 2017: Zertifikat “Hochschuldidaktische Qualifizierung” der Universitäten Bremen, Oldenburg und Osnabrück
  • 2016: Preisträgerin des Berninghausenpreises der Universität Bremen in der Kategorie „Hervorragend gestaltete Lehrveranstaltung im Sinne des forschenden Lernens: im Bachelor“ (mit PD Dr. Natascha Ueckmann)
  • seit 2015: Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bremen
  • 2014-2015: Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hamburg
  • 2014: Promotion an der Universität Hamburg im Fach Romanische Philologie / Literaturwissenschaft
  • 2007: Magister Artium an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br. in den Fächern Romanische Philologie und Wirtschaftspolitik

Forschungsinteressen:

  • Afroeuropäische Studien (Fokus: Spanien und Frankreich)
  • Literatur und Kultur(en) Äquatorialguineas
  • Frankophone und hispanophone Literaturen und Kulturen der Karibik
  • Migrationforschung und Diasporastudien
  • Konzeptualisierungen von Identität/Alterität, Gemeinschaftsentwürfen und transkulturellen Lebenswelten
  • Digitale Medien (u.a. Blogs)
  • Gewalt und Trauma in der Literatur
  • post- und dekoloniale Theorien und Wissensproduktion
  • Gender Studies und Decolonial Feminism

Aktuelles Forschungsprojekt

"Die spanische Black Diaspora: Afro-spanische Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts" (gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Projektnummer 353492083)

Die Präsenz afrikanischer Menschen in Europa findet in der historischen Dimension und jenseits der aktuellen Debatte um afrikanische Migrant*innen bislang wenig Aufmerksamkeit. Mit dem Fokus auf die Entwürfe von afro-diasporischen Gemeinschaften in Europa am Beispiel Spaniens wendet sich das Projekt einem noch ganz neuen Forschungsgebiet zu. Untersucht wird die afro-spanische Literaturproduktion der letzten 30 Jahre, d.h. Texte von Autor*innen aus dem sub-saharischen Afrika, die in spanischer Sprache publizieren, mitunter in Spanien leben/schreiben bzw. eine solche diasporische Erfahrung und das Bezugssystem Afro-Euro¬pa in ihren Werken verarbeiten. Dieses kaum untersuchte Korpus umfasst neben Autor*innen aus der ehemaligen spanischen Kolonie Äquatorialguinea solche aus nicht-hispanophonen Ländern, die (meist im Zuge der eigenen Migrationserfahrung) Spanisch als Literatursprache übernommen haben. Ergänzend zum literarischen Korpus (v.a. Romane, Lyrik) werden mediale Ausdrucksformen wie Filme, Blogs, soziale Netzwerke und Momente kulturelle Performanz in die Untersuchung einbezogen, um Inszenierungsstrategien afro-spanischer Gemeinschaften jenseits der Literatur mitzudenken.Untersucht wird, in welcher Form sich eine gemeinschaftliche Erfahrung der heterogenen spanischen Black Diaspora als "die Schwarzen Anderen" in der Literatur artikuliert.

Mittels narratologischer, semiotischer, diskurs- und medienanalytischer Ansätze werden folgende Leitfragen beantwortet:

  1. In Bezug auf Subjekt und Gemeinschaft: Wie begegnen die Texte einer binären Sicht von Eigenem und Fremden? In welcher Form werden diasporische Identitätsentwürfe ausgehandelt, die auf der Erfahrung von kultureller Differenz und transkulturellen Lebenswelten basieren? Werden neue Formen von Gemeinschaft in der Diaspora imaginiert? Inwiefern werden statische Subjektpositionen durch ein kontinuierliches Aushandeln pluraler Zugehörigkeiten ersetzt, um das afro-spanische Subjekt in und zwischen Europa und Afrika immer wieder neu zu positionieren?
  2. In Bezug auf Konzeptionen der Differenz: Wie werden positive transkulturelle Zusammenlebensentwürfe und historische wie gegenwärtige Erfahrungen der Unterdrückung und Ausgrenzung afrodeszendenter Menschen in diesen Texten vermittelt? Wie entsteht jener ambivalente transkulturelle Grenzraum, der Differenzen ins Schwanken bringt und Momente des Widerständigen birgt, die Widersprüchlichkeiten multipler Zugehörigkeit jedoch nie gänzlich aufhebt?
  3. In Bezug auf ästhetische Verfahren zur Inszenierung diasporischer Erfahrung: Auf welche gemeinsame Imaginarien wird zurückgegriffen? Welche Schreibverfahren und Narrative sind vielschichtig genug, um die Ambivalenzen diasporischer Existenz zu artikulieren? Wie bilden die Texte sich kreuzende, überlagernde und/oder sich widersprechende Stimmen und Zugehörigkeiten ab?